Als Beispiele für die japanische Gartenkunst werden zwei Gartenanlagen betrachtet, die beide um 1650 entstanden sind, also in den ersten Jahrzehnten der Epoche des Shogunates der Tokugawa, das 1600 begann, in jener Zeit der nach über 100 Jahren Krieg geeinigten Provinzen und des streng kontrollierten Friedens. Beide Gärten wurden unter einem Prinzen geschaffen und beide vertreten in Jahrhunderten entwickelte Formen.
Zum einen wird die Anlage um das Wohnhaus des Klosters Manshuin am nördlichen Ostberg der Stadt Kyoto ins Auge genommen. Um 1656 entstanden Haus und Garten in Form eines Trockengartens, d. h. eines Gartens ohne Teich in einer Tradition, die bis auf das 14. Jahrhundert zurückgeht. Es ist ein reiner Betrachtungsgarten. Leider hatten wir bei unseren fünf Mitgliederreisen nach Japan keine Gelegenheit, diesen Garten zu besuchen.
Zum zweiten wird die Villa Katsura wieder einmal angesehen, die einige unserer Mitglieder aus eigener Anschauung kennen. Hier gibt es einen ausgedehnten Park mit Wohnbauten und Teehäusern um ein verzweigtes System von Teichen, die direkt aus dem Fluß Katsura im Westen der Stadt Kyoto gespeist werden. Es ist ein Wandelgarten, wie er auch an den Residenzen der Landesfürsten, der Daimyo, im 17. Jahrhundert sowohl in ihren Provinzhauptstädten wie auch in ihren Villen in Edo (Tokyo) verpflichtend wurde.
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